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Das »Heilige Grab« in der Pfarrkirche »Darstellung des Herrn« Aschau i. Chiemgau wurde 1797 – 99 als mächtige Bühnenkulisse für ein »Theatrum Sacrum«, ein heiliges Theater entworfen und gebaut. Sebastian Furtner, Kistler in Hohenaschau und der Kunstmaler Sebastian Rechenauer d. Ä. von Unterflintsbach schufen dieses großartige Werk nach römischem Vorbild. Es ist 10 m hoch, 8 m breit, 9 m tief. Die längsten Balken sind 8,40 m, die längsten Kulissen 6 m hoch. Es füllt den gesamten Chorraum der Kirche aus.

 

Nachdem die letzte Aufstellung des Hl. Grabes in den 50er Jahren stattfand, und die Teile seitdem im Kirchenspeicher gelagert waren, wusste niemand mehr im Ort, wie genau der Bühnenaufbau aufzustellen war.

 

Deshalb war es ein akribisches Puzzlespiel für unsere Kunstschreiner, die Balken, Bretter und bemalten Kulissen wieder zusammen zu stecken. Während dem Aufbau wurden fehlende Bretter und Balken wiederhergestellt, Winkel, Riegel und Hölzer komplettiert, eine Nummerierung der Einzelteile aufgetragen und begleitend ein Holzmodell 1:25 angefertigt.

 

Ein Glück, dass nahezu alle bemalten Kulissenteile noch vorhanden waren. Zwar geschädigt durch Hitze, Kälte und Feuchtigkeit, war es dennoch möglich, die Holztafelgemälde zu restaurieren.

 

In unseren Werkstätten wurden alle Teile systematisch in Bild und Schrift erfasst und katalogisiert, ebenso die Situation vor Ort (Pfarrkirche/Chorraum).

 

Eine erste Probeaufstellung im noch unrestauriertem Zustand wurde erarbeitet. Dazu wurde ein Gerüst je nach Erfordernissen auf- und umgebaut.

 

Über 130 Kulissenteile, über 100 Metallhalter für die Glaskugeln, 150 Stück zum Teil alte, mundgeblasene Glaskugeln füllen das Heilige Grab. Kleidungsrequisiten, wie Panzer, Helme und Lanzen deuteten darauf hin, dass die Bühnenkulisse durch lebende Personen bespielt wurde.

 

Der Heimat- und Geschichtsverein in Aschau führt nun ein Passionsspiel in 2 Teilen in der Osterzeit auf.

 

Die Dokumentation und Katalogisierung (Abteilung Dokumentation), die Ertüchtigung der Holzkonstruktion (Kunstschreiner und Bildhauer), und der Metallarbeiten (Kunstschmiede) die Retuschen an den Gemälden (Restauratoren) , die Neuanfertigung und Bemalung neuer Kulissenteile (Kirchenmaler) - bis hin zur Logistik des Auf- und Abbaus (Spezialgerüstbau, Kunsttransport) - Dies und vieles andere mehr an diesem komplexen Objekt waren Herausforderungen, die wir mit unseren Mitarbeitern lösen durften.

 

Fotos: Erzbischöfliches Ordinariat München/Achim Bunz 2019

 

Weitere Informationen:

Minute 14:15: Wir in Bayern, 22.03.2019 – Bayerischer Rundfunk

Das Heilige Grab von Aschau – Bayerischer Rundfunk

Eine wiederbelebte Tradition – Regional Fernsehen Oberbayern

Heiliges Grab Aschau im Chiemgau – Münchner Kirchenfernsehen

Umfangreiches Programm zum Heiligen Grab in Aschau – Erzbistum München

 

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